[This chapter not only has the MEW page numbers embedded, but also the MEGA page numbers. Clicking on the first word in each paragraph takes you to the top of the current page in MEW, and clicking on the second word in each paragraph takes you to the top of the current page in MEGA. The page number is embedded in the name of the anchor, which is displayed in the status line of your browser.]
Wie wir A. Smith bisher in allem zwieschlächtig gefunden haben, so in der Bestimmung dessen, was er produktive Arbeit im Unterschied zu unproduktiver Arbeit nennt. Wir finden durcheinanderlaufend bei ihm zwei Bestimmungen von dem, was er produktive Arbeit nennt, und wollen zuerst die erste, richtige Bestimmung betrachten.
Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion2 ist die Lohnarbeit, die im Austausch gegen den variablen Teil des Kapitals (den in Salair ausgelegten Teil des Kapitals) nicht nur diesen Teil des Kapitals reproduziert (oder den Wert ihres eignen Arbeitsvermögens), sondern außerdem Mehrwert für den Kapitalisten produziert. Nur dadurch wird Ware oder Geld in Kapital verwandelt, als Kapital produziert. Nur die Lohnarbeit ist produktiv, die Kapital produziert. (Dies ist dasselbe, daß sie die in ihr ausgelegte Wertsumme vergrößert reproduziert oder mehr Arbeit zurückgibt, als sie erhält in der Form des Salairs. Also nur das Arbeitsvermögen, dessen Verwertung größer ist als sein Wert.)
Die mere existence3 einer Kapitalistenklasse, also des Kapitals, beruht auf der Produktivität der Arbeit, aber nicht auf ihrer absoluten, sondern auf ihrer relativen Produktivität. Z.B.: Wäre ein Arbeitstag nur hinreichend, um den Arbeiter am Leben zu erhalten, d.h. sein Arbeitsvermögen zu reproduzieren, ||301| so wäre, absolut gesprochen, die Arbeit produktiv, weil sie reproduktiv wäre, d.h. die von ihr konsumierten Werte (gleich dem Wert ihres eignen Arbeitsvermögens) stets ersetzte. Allein, sie wäre nicht produktiv im kapitalistischen Sinn, weil sie keinen Mehrwert produzierte. (Sie produzierte in der Tat keinen neuen Wert, sondern ersetzte nur den alten; sie hätte ihn, den Wert, in der einen Form konsumiert, um ihn in der andren zu reproduzieren. Und in diesem Sinn ist gesagt worden, daß ein Arbeiter produktiv ist, dessen Produktion gleich seiner eignen Konsumtion, und daß ein Arbeiter unproduktiv ist, der mehr konsumiert, als er reproduziert.)
Diese Produktivität beruht auf der relativen Produktivität, daß der Arbeiter nicht nur einen alten Wert ersetzt, sondern einen neuen schafft; daß er mehr Arbeitszeit vergegenständlicht in seinem Produkt, als in dem Produkt vergegenständlicht ist, das ihn als Arbeiter am Leben erhält. Auf dieser Art produktiver Lohnarbeit beruht das Kapital, seine Existenz.
{Aber gesetzt, es existiere kein Kapital, sondern der Arbeiter eignete sich selbst seine Surplusarbeit an, den Überschuß der Werte, die er geschaffen, über den Überschuß der Werte, die er konsumiert. So wäre nur von dieser Arbeit zu sagen, daß sie wahrhaft produktiv ist, d.h. neue Werte schafft.}
Diese Auffassung der produktiven Arbeit folgt von selbst aus A. Smiths Auffassung vom Ursprung des Mehrwerts, also vom Wesen des Kapitals. Soweit er diese Auffassung geltend macht, folgt er der einen bei den Physiokraten und selbst Merkantilisten eingeschlagnen Richtung, sie nur von falscher Vorstellungsweise befreiend, also ihren innren Kern herausarbeitend. Die Physiokraten, in ihrer falschen Auffassung, daß nur die Agrikulturarbeit produktiv sei, machten die richtige Ansicht geltend, daß nur die Arbeit, vom kapitalistischen Standpunkt aus, produktiv ist, die einen Mehrwert schafft, und zwar nicht für sich selbst, sondern für den Eigentümer der Produktionsbedingungen, die ein produit net4 nicht für sich selbst, sondern für den Grundeigentümer schafft. Denn die surplus value5 oder Surplusarbeitszeit ist vergegenständlicht in einem surplus produce6 oder produit net. (Sie fassen dies wieder falsch; weil mehr Weizen z.B. übrigbleibt, als Arbeiter und Pächter aufessen; aber es bleibt auch mehr Tuch übrig als das, was Tuchmacher (Arbeiter und master) zu ihrer eignen Bekleidung bedürfen.) Die surplus value wird selbst falsch aufgefaßt, weil sie falsche Vorstellung von der value haben und sie auf den Gebrauchswert der Arbeit, nicht auf Arbeitszeit, gesellschaftliche, qualitätslose Arbeit reduzieren. Nichtsdestoweniger bleibt die richtige Bestimmung, daß die Lohnarbeit nur produktiv ist, die mehr Wert schafft, als sie kostet. A. Smith befreit dies von der falschen Vorstellung, die bei den Physiokraten damit verbunden ist.
Gehn wir von den Physiokraten auf die Merkantilisten zurück. Auch hier ist eine Seite, die, wenn auch ihnen bewußtlos, dieselbe Ansicht von der produktiven Arbeit enthält. Ihnen lag die Vorstellung zugrunde, daß die Arbeit nur produktiv in den Produktionszweigen, deren Produkte, nach dem Ausland geschickt, mehr Geld zurückbringen, als sie gekostet haben (oder als für sie ausgeführt werden mußte), die also ein Land befähigten, in besondrem Grad an den Produkten der neueröffneten Gold- und Silberminen zu partizipieren. Sie sahen, daß in diesen Ländern rasches Wachstum des Reichtums und der Mittelklasse stattfand. Worauf beruhte in der Tat dieser Einfluß des Goldes? Der Arbeitslohn stieg nicht im Verhältnis wie die Warenpreise; der Arbeitslohn sank also, und damit vermehrte sich die relative Surplusarbeit, stieg die Rate des Profits, nicht weil der Arbeiter produktiver geworden, sondern weil der absolute Arbeitslohn (d.h. die Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter erhält) herabgedrückt wurde, mit einem Wort, die Lage der Arbeiter sich verschlechterte. Die Arbeit wurde also in diesen Ländern in der Tat produktiver für ihre Anwender. Dies fact hing mit dem influx7 der edlen Metalle zusammen; und es war dies ein wenn auch nur dunkel geahntes Motiv, weshalb die Merkantilisten die in solchen Produktionszweigen angewandte Arbeit für allein produktiv erklärten.
||302| „Das auffallende Wachstum [der Bevölkerung], das in den 50 oder 60 letzten Jahren fast in ganz Europa stattfand, hat vielleicht seinen Hauptgrund in der angewachsenen Produktivität der amerikanischen Minen. Ein vermehrter Überfluß der Edelmetalle“ {of course8 infolge des Sinkens ihres realen Werts} „hebt den Preis der Waren in größrem Verhältnis als den Preis der Arbeit; das drückt die Lage des Arbeiters herab und vermehrt zugleich die Profite seines Anwenders, der so mehr zirkulierendes Kapital zum Mieten von Arbeitern anwendet, und dies befördert das Wachstum der Bevölkerung … Malthus bemerkt, daß ‚die Entdeckung der Minen von Amerika, während sie den Preis des Korns 3–4mal, den der Arbeit nur 2mal hob …‘ Der Preis der Waren für den Konsum im Inland (z.B. Korn) steigt nicht unmittelbar infolge eines Einströmens von Geld, aber da die Profitrate in der Agrikultur gegen die der Industrie fällt, wird Kapital von der erstern der letztern zugewandt: So wirft jedes Kapital einen höheren Profit ab als früher, und ein Ansteigen der Profite ist immer gleich einem Fallen der Löhne.“ (John Barton, „Observations on the circumstances which influence the condition of the labouring classes of society“, London 1817, p. 29 sqq.)
Also erstens hätte sich nach Barton in der 2ten Hälfte des 18ten Jahrhunderts dasselbe Phänomen wiederholt, das seit dem letzten 1/3 des 16. Jahrhunderts und im 17. dem Merkantilsystem den Anstoß gab. Zweitens, da nur die exportierten Waren in Gold und Silber nach seinem gesunknen Wert sich messen, während die für home consumption9 noch fortfahren, in Gold und Silber nach seinem alten Wert gemessen zu werden (bis die Konkurrenz unter den Kapitalisten dies Messen in 2 verschiednen Maßen aufhebt), so erscheint die Arbeit in den ersten Produktionszweigen als unmittelbar produktiv, d.h. Mehrwert schaffend, dadurch, daß sie den Arbeitslohn unter sein altes Niveau herabdrückt.
Die zweite, verkehrte Ansicht, die Smith von produktiver Arbeit entwickelt, ist so verflochten mit der richtigen, daß sie sich in demselben Passus Schlag auf Schlag einander folgen. Wir müssen daher zur Illustration der ersten Ansicht die Zitate stückweis auseinanderreißen.
(b. II, ch. III – vol. II, ed. McCulloch –, p. 93 sq.) „Es gibt eine Art von Arbeit, die den Wert des Gegenstands, auf den sie verwendet wird, erhöht; es gibt eine andere, die keine solche Wirkung hat. Die erstere kann, da sie einen Wert produziert, als produktive, die letztere als unproduktive Arbeit bezeichnet werden. So fügt die Arbeit eines Manufakturarbeiters in der Regel dem Wert des von ihm verarbeiteten Materials noch den Wert seines eigenen Unterhalts und den Profit seines Herrn hinzu. Dagegen fügt die Arbeit eines Dienstboten keinen Wert hinzu. Obwohl der Manufakturarbeiter seinen Lohn von seinem Herrn vorgeschossen erhält, kostet er ihm in Wirklichkeit nichts, da der Wert dieses Lohns gewöhnlich zusammen mit einem Profit durch den erhöhten Wert des Gegenstands, auf den er seine Arbeit verwendet hat, zurückerstattet wird. Aber der Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturisten; er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten.“
In dieser Stelle – und in ihrem Fortgang, der später zu zitieren, laufen die widersprechenden Bestimmungen noch mehr zusammen – ist hauptsächlich, éminement10 unter productive labour11 die verstanden, die einen Mehrwert – „its master's profit“12 – produziert, außer der Reproduktion of the value „of his“ (the labourer's) „own maintenance“13. Auch könnte der manufacturer nicht grow rich „by employing a multitude of manufacturers“ (working men)14, wenn diese außer der value, die ihre eigne maintenance kostet, nicht auch eine surplus value hinzufügten.
Zweitens aber versteht A. Smith hier unter productive labour eine solche, die überhaupt „produces a value“15. Diese ||303| letztre Erklärung einstweilen außer acht lassend, wollen wir zunächst andre Stellen zitieren, worin die erste Ansicht teils wiederholt, teils schärfer formuliert, namentlich aber auch weiterentwickelt wird.
„Wenn die Menge an Lebensmitteln und Kleidung, die … von den unproduktiven konsumiert wurden, unter die produktiven Arbeiter verteilt worden wäre, hätten sie den vollen Wert ihres Konsums zusammen mit einem Profit reproduziert.“ (l.c. p. 109; l. II, ch. III.)
Hier ganz ausdrücklich productive labourer16 der, der dem Kapitalisten nicht nur die full value17 der im Salair enthaltnen Lebensmittel reproduziert, sondern sie ihm reproduziert „with a profit“18.
Nur die Arbeit, die Kapital produziert, ist produktive Arbeit. Kapital aber wird Ware oder Geld dadurch, daß sie direkt gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht wird und nur ausgetauscht wird, um durch mehr Arbeit, als in ihr selbst enthalten ist, ersetzt zu werden. Denn der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens besteht für den Kapitalisten als solchen nicht in seinem19 wirklichen Gebrauchswert, in der Nützlichkeit dieser besondren konkreten Arbeit, daß sie Spinnarbeit, Webarbeit usw., sowenig wie ihm an dem Gebrauchswert des Produkts dieser Arbeit als solchem liegt, indem das Produkt für ihn Ware (und zwar vor ihrer ersten Metamorphose), nicht Konsumtionsartikel ist. Was ihn an der Ware interessiert, ist, daß sie mehr Tauschwert besitzt, als er für sie zahlte, und so ist der Gebrauchswert der Arbeit für ihn, daß er ein größres Quantum Arbeitszeit zurückerhält, als er in der Form des Salairs gezahlt hat. Unter diese produktiven Arbeiter gehören natürlich alle, die zur Produktion der Ware d'une manière ou d'une autre20 mitarbeiten, vom eigentlichen Handarbeiter bis zum manager, engineer (als unterschieden vom Kapitalisten). Und so zählt auch der letzte englische offizielle Report über die factories „ausdrücklich“ alle in der Fabrik und den zugehörigen Comptoirs angewandten Personen, mit Ausnahme der Fabrikanten selbst, unter der Kategorie der beschäftigten Lohnarbeiter auf. (Sieh vor Schluß dieser Scheiße die Worte des report.)
Die produktive Arbeit wird hier bestimmt vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion aus, und A. Smith hat die Sache selbst begrifflich erschöpft, den Nagel auf den Kopf getroffen – es ist dies eines seiner größten wissenschaftlichen Verdienste (es bleibt, wie Malthus richtig bemerkt hat21, die Grundlage der ganzen bürgerlichen Ökonomie, diese kritische Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit), daß er die produktive Arbeit als Arbeit bestimmt, die sich unmittelbar mit dem Kapital austauscht, d.h. durch Austausch, womit die Produktionsbedingungen der Arbeit und Wert überhaupt, Geld oder Ware, sich erst in Kapital verwandeln (und die Arbeit in Lohnarbeit im wissenschaftlichen Sinn).
Damit ist auch absolut festgesetzt, was unproduktive Arbeit ist. Es ist Arbeit, die sich nicht gegen Kapital, sondern unmittelbar gegen Revenue austauscht, also gegen Salair oder Profit (natürlich auch gegen die verschiednen Rubriken, die als copartners22 am Profit des Kapitalisten partizipieren, wie Zins und Renten). Wo alle Arbeit teilweis sich noch selbst bezahlt (wie die Agrikulturarbeit des Fronbauern z.B.), teilweis sich direkt gegen die Revenue austauscht (wie die Manufakturarbeit der Städte in Asien), existiert kein Kapital und keine Lohnarbeit im Sinne der bürgerlichen Ökonomie. Diese Bestimmungen sind also nicht genommen aus der stofflichen Bestimmung der Arbeit (weder der Natur ihres Produkts noch der Bestimmtheit der Arbeit als konkreter Arbeit), sondern aus der bestimmten gesellschaftlichen Form, den gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, worin sie sich verwirklicht. Ein Schauspieler z.B., selbst ein Clown, ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapitalisten arbeitet (des entrepreneur23), dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Salairs von ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ihm einen bloßen Gebrauchswert schafft, ein unproduktiver Arbeiter ist. Die Arbeit des erstren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen Revenue. Die erstre schafft einen Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich eine Revenue.
Produktive und unproduktive Arbeit hier immer vom Standpunkt des Geldbesitzers, des Kapitalisten aus, nicht des Arbeiters, und daher der Blödsinn bei Ganilh etc., die so wenig die Sache verstehn, daß sie fragen, ob Arbeit oder Dienst oder Funktion der Hure, Lakai etc. Geld einbringt. |303||
||304| Ein Schriftsteller ist ein produktiver Arbeiter, nicht insofern er Ideen produziert, sondern insofern er den Buchhändler bereichert, der den Verlag seiner Schriften betreibt, oder sofern er der Lohnarbeiter eines Kapitalisten ist.
Der Gebrauchswert der Ware, worin sich die Arbeit eines produktiven Arbeiters verkörpert, mag von der futilsten24 Art sein. Diese stoffliche Bestimmung hängt mit dieser ihrer Eigenschaft gar nicht zusammen, die vielmehr nur ein bestimmtes gesellschaftliches Produktionsverhältnis ausdrückt. Es ist eine Bestimmung der Arbeit, die nicht aus ihrem Inhalt oder ihrem Resultat, sondern aus ihrer bestimmten gesellschaftlichen Form stammt.
Andrerseits, vorausgesetzt, daß das Kapital sich der ganzen Produktion bemächtigt hat – daß also Ware (zu unterscheiden von bloßem Gebrauchswert) nicht mehr produziert wird von irgendeinem Arbeiter, der die Produktionsbedingungen zur Produktion dieser Ware selbst besitzt –, daß also nur noch der Kapitalist Produzent von Waren ist (die einzige Ware, das Arbeitsvermögen, ausgenommen), so muß sich die Revenue austauschen aut gegen Waren, die das Kapital allein produziert und verkauft, aut25 gegen Arbeiten, die ebenso wie jene Waren gekauft werden, um konsumiert zu werden, also bloß ihrer stofflichen Bestimmtheit, ihres Gebrauchswerts halber, der Dienste halber,die sie in ihrer stoff lichen Bestimmtheit ihrem Käufer und Konsumenten leisten. Für den Produzenten dieser Dienste sind diese Dienstleistungen Waren. Sie haben einen bestimmten Gebrauchswert (eingebildeten oder wirklichen) und einen bestimmten Tauschwert. Für den Käufer aber sind diese Dienste bloße Gebrauchswerte, Gegenstände, worin ||305| er seine Revenue konsumiert. Diese unproduktiven Arbeiter erhalten ihren Anteil an der Revenue (den Salairen und Profiten) nicht umsonst, ihre copartnership26 an den von der produktiven Arbeit produzierten Waren; sie müssen ihren share27 an denselben kaufen; aber sie haben mit der Produktion derselben nichts zu tun.
Es ist aber unter allen Umständen klar: Je mehr von der Revenue (Salair und Profit) in den von dem Kapital produzierten Waren verausgabt wird, desto weniger davon kann in den Dienstleistungen der unproduktiven Arbeiter verausgabt werden, und umgekehrt.
Die stoffliche Bestimmtheit der Arbeit und daher ihres Produkts hat an und für sich nichts mit dieser Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit zu tun. Z.B. die Köche und waiters28 in einem öffentlichen Hotel sind produktive Arbeiter, sofern ihre Arbeit sich in Kapital für den Hotelbesitzer verwandelt. Dieselben Personen sind unproduktive Arbeiter als menial servants29, insofern ich in ihrem Dienst nicht Kapital mache, sondern Revenue verausgabe. In der Tat sind aber auch dieselben Personen für mich, den Konsumenten, unproduktive Arbeiter in dem Hotel.
„Der Teil des jährlichen Produkts von Boden und Arbeit irgendeines Landes, der ein Kapital ersetzt, wird unmittelbar nur für den Unterhalt produktiver Arbeiter angewendet. Er zahlt nur die Löhne der produktiven Arbeit. Der Teil, der unmittelbar für die Bildung einer Revenue bestimmt ist, sei es als Profit oder als Rente, kann in gleicher Weise sowohl zum Unterhalt produktiver als auch unproduktiver Arbeiter dienen.“ (l.c. p. 98.) „Welchen Teil seines Fonds jemand auch als Kapital anlegen mag, er erwartet immer, daß er ihm mit einem Profit wieder ersetzt werde. Er verwendet ihn deshalb ausschließlich für den Unterhalt produktiver Arbeiter; und nachdem er ihm in der Funktion als Kapital gedient hat, bildet er für diese letzteren eine Revenue. Sobald er einen Teil davon zum Unterhalt unproduktiver Arbeiter irgendeiner Art verwendet, ist vom gleichen Augenblick an seinem Kapital dieser Teil entzogen und in seinen Fonds übergegangen, der der unmittelbaren Konsumtion vorbehalten ist.“ (l.c.)
In demselben Umfang, wie sich das Kapital der ganzen Produktion bemächtigt, also die häusliche und kleine, kurz, auf den Selbstverzehr [gerichtete], nicht Waren produzierende Form der Industrie verschwindet, ist es klar, daß die unproduktiven Arbeiter, die, deren Dienste direkt gegen Revenue ausgetauscht werden, zum größten Teil nur noch persönliche Dienste verrichten werden, und nur der geringste Teil derselben (wie Koch, Nähterin, Flickschneider usw.) sachliche Gebrauchswerte produzieren werden. Daß sie keine Waren produzieren, liegt in der Natur der Sache. Denn die Ware als solche ist nie unmittelbar Gegenstand des Konsums, sondern Träger des Tauschwerts. Ein nur ganz unbedeutender Teil dieser unproduktiven Arbeiter kann daher bei entwickelter kapitalistischer Produktionsweise unmittelbar an der materiellen Produktion beteiligt sein. Nur durch Austausch seiner Dienste gegen die Revenue nimmt er Anteil an derselben. Es hindert dies nicht, wie A. Smith bemerkt, daß der Wert der Dienste dieser unproduktiven Arbeiter in derselben (oder analogen) Weise bestimmt wird und bestimmbar ist wie der der produktiven Arbeiter. Nämlich durch die Produktionskosten, die die Erhaltung oder Produktion derselben kostet. Es kommen hier noch andre Umstände hinzu, deren Betrachtung nicht hierher gehört.
||306| Das Arbeitsvermögen30 des produktiven Arbeiters ist eine Ware für ihn selbst. So ist das des unproduktiven Arbeiters. Aber der produktive Arbeiter produziert Ware für den Käufer seines Arbeitsvermögens. Der unproduktive Arbeiter produziert ihm einen bloßen Gebrauchswert, keine Ware, einen eingebildeten oder wirklichen Gebrauchswert. Daß der unproduktive Arbeiter keine Ware für seinen Käufer produziert, wohl aber Ware von ihm erhält, ist charakteristisch für ihn.
„Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend … So sind zum Beispiel der Souverän mit allen seinen Justizbeamten und Offizieren, die unter ihm dienen, die ganze Armee und Flotte unproduktive Arbeiter. Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden von einem Teil des jährlichen Produkts des Fleißes anderer Leute erhalten … In die gleiche Klasse gehören … Geistliche, Juristen, Ärzte, Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler, Possenreißer, Musiker, Opernsänger, Ballettänzer usw.“ (l.c. p. 94, 95.)
An und für sich hat, wie gesagt, diese Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit nichts zu schaffen weder mit der besondren Spezialität der Arbeit noch mit dem besondren Gebrauchswert, worin sich diese Spezialität verkörpert. In dem einen Fall tauscht sich die Arbeit mit Kapital aus, in dem andren mit Revenue. In dem einen Fall verwandelt sich die Arbeit in Kapital und schafft dem Kapitalisten einen Profit; in dem andren Fall ist sie eine Ausgabe, einer der Artikel, worin die Revenue verzehrt wird. Z.B. der Arbeiter eines Klaviermachers ist ein produktiver Arbeiter. Seine Arbeit ersetzt nicht nur das Salair, das er verzehrt, sondern in dem Produkt, dem Klavier, der Ware, die der Klaviermacher verkauft, ist ein Surpluswert über den Wert des Salairs hinaus enthalten. Setze dagegen, ich kaufe alles Material, das zu einem Klavier nötig ist (oder meinetwegen mag es auch der Arbeiter selbst besitzen), und lasse mir, statt das Klavier im Laden zu kaufen, es in meinem Hause machen. Der Klaviermacher ist jetzt unproduktiver Arbeiter, weil seine Arbeit sich direkt gegen meine Revenue austauscht.
Es ist indes klar, daß in demselben Maß, wie das Kapital sich die gesamte Produktion unterwirft – also alle Ware für den Handel und nicht für den unmittelbaren Konsum produziert wird, und in diesem Maße entwickelt sich die Produktivität der Arbeit –, auch mehr und mehr ein stofflicher Unterschied zwischen den produktiven und unproduktiven Arbeitern eintreten wird, indem die erstren, geringe Ausnahmen abgerechnet, ausschließlich Waren produzieren werden, während die letztren, mit geringen Ausnahmen, nur persönliche Dienstleistungen verrichten. Die erste Klasse wird daher den unmittelbaren, materiellen, aus Waren bestehenden Reichtum produzieren, alle Waren, soweit sie nicht aus dem Arbeitsvermögen selbst bestehn. Dies ist einer der Gesichtspunkte, die den A. Smith bestimmen, außer der ersten und prinzipiell bestimmenden differentia specifica31 andre hinzuzufügen.
„Die Arbeit eines Dienstboten“ (im Unterschied zu der des manufacturer) „… fügt keinen Wert hinzu … der Unterhalt eines Dienstboten wird nie zurückerstattet. Ein Mann wird reich durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufakturarbeitern; er wird arm durch den Unterhalt einer Vielzahl von Dienstboten. Die Arbeit der letzteren hat jedoch ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso wie die der ersteren. Aber die Arbeit des Manufakturarbeiters fixiert und realisiert sich in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware, die wenigstens noch eine Zeitlang fort besteht, nachdem die Arbeit beendet ist. Es wird gewissermaßen eine bestimmte Menge Arbeit gesammelt und gespeichert, um später, wenn notwendig, verwendet zu werden. Dieser Gegenstand, oder was dasselbe ist, der Preis dieses Gegenstandes, kann später, wenn notwendig, die gleiche Menge Arbeit in Bewegung setzen, die ursprünglich zu seiner Produktion erforderlich war. Die Arbeit des Dienstboten ||307| dagegen fixiert oder realisiert sich nicht in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware. Seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte … Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der Gesellschaft ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend und fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware.“ (l.c. p. 93, 94 passim.)
Zur Bestimmung des unproduktiven Arbeiters haben wir hier folgende Bestimmungen, die zugleich die Glieder des innern Gedankengangs A. Smiths aussprechen:
„Sie“ (die labour des unproductive labourers32) „unproduktiv, nicht wertbildend“, „fügt keinen Wert hinzu“, „der Unterhalt“ (of the unproductive labourer) „wird nie zurückerstattet“, „sie fixiert oder realisiert sich nicht in einem besonderen Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware“. Vielmehr: „Seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen selten eine Spur oder einen Wert, für den später eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte.“ Schließlich: „Sie fixiert oder realisiert sich nicht in einem dauerhaften Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware.“
In dieser Auffassung ist das „productive of value“33 oder „unproductive of value“34 in einem andren Sinn genommen als ursprünglich. Es bezieht sich nicht mehr auf Produktion eines Mehrwerts, welche an und für sich Reproduktion eines Äquivalents für den konsumierten Wert einschließt. Sondern die Arbeit eines Arbeiters heißt hiernach produktiv, soweit er an die Stelle des konsumierten Werts ein Äquivalent setzt, indem er durch seine Arbeit irgendeinem Material ein gleiches Quantum Wert hinzufügt, als in seinem Salair enthalten war. Hier fallen wir aus der Formbestimmung, aus der Bestimmung der produktiven und unproduktiven Arbeiter durch ihr Verhältnis zur kapitalistischen Produktion heraus. Aus dem 9. Kapitel des 4ten Buchs (worin A. Smith die Lehre der Physiokraten kritisiert) ersieht man, daß A. Smith zu dieser Aberration35 kam, teils im Gegensatz zu, teils aus Abhängigkeit von den Physiokraten. Wenn ein Arbeiter bloß jährlich ersetzt das Äquivalent seines Salairs, so ist er kein produktiver Arbeiter für den Kapitalisten. Er ersetzt ihm zwar das Sahair, den Kaufpreis seiner Arbeit. Es ist aber ganz dieselbe Transaktion, als wenn dieser Kapitalist die Ware, die dieser Arbeiter produziert, gekauft hätte. Er zahlt die in ihrem capital constant und im Salair enthaltne Arbeit. Er besitzt dasselbe Quantum Arbeit in der Form der Ware, das er früher in der Form des Geldes besaß. Sein Geld wird dadurch nicht in Kapital verwandelt. In diesem Falle ist es dasselbe, als wenn der Arbeiter selbst der Besitzer seiner Produktionsbedingungen. Von dem Wert seines jährlichen Produkts muß er jährlich den Wert der Produktionsbedingungen abziehn, um sie zu ersetzen. Was er jährlich verzehrte oder verzehren könnte, wäre [gleich] dem Wertteil seines Produkts, gleich der jährlich seinem capital constant zugefügten neuen Arbeit, In diesem Falle fände also keine kapitalistische Produktion statt.
Der erste Grund, warum A. Smith diese Art Arbeit „produktiv“ nennt, ist, weil die Physiokraten sie „stérile“ und „non productive“ nennen.
„Erstens erkennen sie an, daß diese Klasse“ (nämlich die industriellen Klassen, die keine Agrikultur treiben) „jährlich den Wert ihrer eigenen jährlichen Konsumtion reproduziert und mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der ihre Beschäftigung und ihren Lebensunterhalt garantiert … Pächter und Landarbeiter reproduzieren allerdings außer dem Kapital, das ihre Arbeit und ihren Lebensunterhalt ermöglicht, noch jährlich ein Nettoprodukt, eine überschüssige Rente für den Grundeigentümer … die Arbeit der Pächter und Landarbeiter ist sicher produktiver als die der Kaufleute, Handwerker und Manufakturarbeiter. Aber das höhere Produkt der einen Klasse macht die andere nicht steril und unproduktiv.“ (l.c., t. III, p. 530 [Garnier].)
Hier fällt also A. Smith in die physiokratische ||308| Ansicht zurück. Die eigentlich „produktive Arbeit“, die einen Mehrwert und darum „un produit net“36 produziert, ist die Agrikulturarbeit. Er gibt seine eigne Ansicht vom Mehrwert auf und akzeptiert die der Physiokraten. Zugleich macht er gegen sie geltend, daß die Manufaktur-(und bei ihm auch kommerzielle)-arbeit doch auch produktiv sei, wenn auch nicht in diesem eminenten Sinn des Worts. Er fällt also aus der Formbestimmung heraus, aus der Bestimmung dessen, was ein „produktiver Arbeiter“ vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion ist; macht geltend gegen die Physiokraten, daß die non agricultural, industrial class37 ihr eignes Salair reproduziert, also doch einen Wert produziert gleich dem, den sie verzehrt, und dadurch
„mindestens die Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der ihre Beschäftigung garantiert.“
So entsteht, in der Abhängigkeit von und im Gegensatz zu den Physiokraten, seine zweite Bestimmung von dem, was „produktive Arbeit“ ist.
„Zweitens“, sagt A. Smith, „wäre es in diesem Zusammenhang ganz falsch, die Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute unter demselben Gesichtspunkt zu betrachten wie die einfachen Dienstboten. Die Arbeit eines Dienstboten erhält keineswegs den Fonds fort, der seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garantiert. Der Dienstbote wird in letzter Instanz auf Kosten seines Herrn beschäftigt und erhalten, und seine Arbeit ist nicht derart, daß sie diese Kosten ersetzen könnte. Seine Arbeit besteht in Diensten, die gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung vergehen und verschwinden und sich nicht in einer Ware fixieren und realisieren, so daß man sie verkaufen und dadurch den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte. Dagegen fixiert und realisiert sich die Arbeit der Handwerker, Kaufleute und Manufakturarbeiter naturgemäß in einer verkäuflichen und austauschbaren Sache. Aus diesem Grunde habe ich in dem Kapitel, das von produktiver und unproduktiver Arbeit handelt, Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute unter die produktiven und die Dienstboten unter die sterilen und unproduktiven Arbeiter gerechnet.“ (l.c. p. 531.)
Sobald das Kapital sich der ganzen Produktion bemächtigt hat, wird sich die Revenue, soweit sie sich überhaupt gegen Arbeit austauscht, nicht direkt gegen Arbeit austauschen, die Waren produziert, sondern gegen bloße Dienstleistungen. Sie tauscht sich zum Teil gegen Waren aus, die als Gebrauchswerte dienen sollen, zum Teil gegen services, Dienstleistungen, die als solche als Gebrauchswerte konsumiert werden.
Ware – im Unterschied zum Arbeitsvermögen selbst – ist ein dem Menschen stofflich gegenüberstehendes Ding von gewisser Nützlichkeit für ihn, worin ein bestimmtes Quantum Arbeit fixiert, materialisiert ist.
Wir kommen also zu der schon sub I der Sache nach enthaltnen Bestimmung: Produktiver Arbeiter ist der, dessen Arbeit Waren produziert, und zwar verzehrt dieser Arbeiter nicht mehr Waren, als er produziert, als seine Arbeit kostet. Seine Arbeit fixiert sich und realisiert sich
„in einer verkäuflichen und austauschbaren Sache“, „in einer Ware, so daß man sie verkaufen und dadurch den Wert ihres Unterhalts und ihres Lohns ersetzen könnte“
(nämlich der Arbeiter, die diese Waren produzierten). Dadurch, daß er Waren produziert, reproduziert der produktive Arbeiter beständig das variable Kapital, das er in der Form des Salairs beständig verzehrt. Er produziert beständig den Fonds, der ihn zahlt, „der seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garantiert“.
Erstens schließt A. Smith natürlich ein in den travail, qui se fixe et [se] réalise in a venal and exchangeable commodity38, alle intellektuellen Arbeiten, die direkt in der materiellen Produktion konsumiert werden, Nicht nur der direkte Handarbeiter oder Maschinenarbeiter, sondern overlooker39, ingenieur, manager, commis etc., kurz, die Arbeit des ganzen Personals, das in einer bestimmten Sphäre der materiellen Produktion erheischt ist, um eine bestimmte Ware zu produzieren, dessen concours40 von Arbeiten (Kooperation) notwendig zur Herstellung der Waren ist. In der Tat fügen sie dem capital constant ihre Gesamtarbeit hinzu und erhöhen den Wert des Produkts um diesen Betrag. (Wieweit dies von Bankiers etc. gilt?41)
||309| Zweitens sagt A. Smith, daß dies im ganzen, „generally“, nicht mit der Arbeit der unproduktiven Arbeiter der Fall ist. Wenn auch das Kapital sich der materiellen Produktion bemächtigt hat, also im großen und ganzen die häusliche Industrie verschwunden ist oder die des kleinen Handwerkers, der unmittelbar im Hause des Konsumenten ihm die Gebrauchswerte schafft, so weiß A. Smith sehr wohl, daß eine Nähterin, die ich ins Haus kommen lasse, um Hemden zu nähen, oder die Arbeiter, die Möbel reparieren, oder der Dienstbote, der das Haus wäscht, reinigt etc., oder die Köchin, die dem Fleisch etc. die genießbare Form gibt, ganz ebenso ihre Arbeit in einem Ding fixieren und in der Tat den Wert dieser Dinge erhöhen als die Nähterin, die in der Fabrik näht, der Maschinist, der die Maschine repariert, die Arbeiter, die die Maschine reinigen, die Köchin, die in einem Hotel kocht als Lohnarbeiterin eines Kapitalisten. Der Möglichkeit nach sind diese Gebrauchswerte auch Waren; die Hemden können ins Pfandhaus geschickt werden, das Haus wieder verkauft, die Möbel versteigert werden usw. Also der Möglichkeit nach haben diese Personen auch Waren produziert und den Gegenständen ihrer Arbeit Wert zugefügt. Dies ist aber eine sehr geringe Kategorie unter den unproduktiven Arbeitern und gilt weder von der Masse der menial servants42 [noch von] Pfaffen, Regierungsleuten, Soldaten, Musikanten usw.
Aber wie groß oder klein die Anzahl dieser „unproduktiven Arbeiter“ sei, so viel stellt sich jedenfalls heraus und ist admitted43 durch dies beschränkende
„seine Dienste vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung etc.“,
daß es weder notwendig die Spezialität der Arbeit noch die Erscheinungsform ihres Produkts ist, die sie „produktiv“ oder „unproduktiv“ machen. Dieselbe Arbeit kann produktiv sein, wenn ich sie als Kapitalist, als Produzent kaufe, um sie zu verwerten, und unproduktiv, wenn ich sie als Konsument, Ausgeber von Revenue kaufe, um ihren Gebrauchswert zu verzehren, sei es, daß dieser Gebrauchswert mit der Tätigkeit des Arbeitsvermögens selbst verschwindet oder sich in einem Ding materialisiert, fixiert.
Die Köchin im Hotel produziert für den, der ihre Arbeit als Kapitalist gekauft hat, den Hotelbesitzer, eine Ware; der Konsument der muttonchops44 hat ihre Arbeit zu zahlen, und sie ersetzt dem Hotelbesitzer (von Profit abgesehn) den Fonds, woraus er fortfährt, die Köchin zu zahlen. Dagegen kaufe ich die Arbeit einer Köchin, damit sie mir das Fleisch etc. kocht, nicht um sie zu verwerten als Arbeit überhaupt, sondern [sie] zu genießen, zu gebrauchen als diese bestimmte konkrete Arbeit, so ist ihre Arbeit unproduktiv; obgleich diese Arbeit sich fixiert in einem materiellen Produkt und ebensogut verkäufliche Ware sein könnte (in ihrem Resultat), wie sie es in der Tat für den Hotelbesitzer ist. Der große Unterschied bleibt aber (der begriffliche): Die Köchin ersetzt mir (dem Privaten) nicht den Fonds, aus dem ich sie zahle, weil ich ihre Arbeit nicht als wertbildendes Element kaufe, sondern bloß ihres Gebrauchswerts halber. Ihre Arbeit ersetzt mir ebensowenig den Fonds, womit ich sie zahle, d.h. ihr Salair, wie mich etwa das Diner, das ich im Hotel esse, als solches noch befähigt, dasselbe Diner zum zweitenmal zu kaufen und daher zu essen. Dieser Unterschied findet aber auch zwischen den Waren statt. Die Ware, die der Kapitalist kauft, um sein capital constant zu ersetzen (z.B. Baumwollzeug, wenn er Kattundrucker ist), ersetzt ihren Wert im gedruckten Kattun. Kauft er sie dagegen, um den Kattun selbst zu verzehren, so ersetzt ihm die Ware nicht seine Auslage.
Die größte Masse der Gesellschaft, d.h. die Arbeiterklasse, muß sich übrigens diese Art Arbeit selbst verrichten; kann sie sich aber nur verrichten, wenn sie „produktiv“ gearbeitet hat. Sie kann sich das Fleisch nur kochen, wenn sie ein Salair produziert hat, womit Fleisch zahlen, und ihre Möbel und Wohnung nur rein halten, ihre Stiefel nur putzen, wenn sie den Wert von Möbel, Hausmiete, Stiefel produziert hat. Bei dieser Klasse der produktiven Arbeiter selbst erscheint also als „unproduktive Arbeit“ die, die sie für sich selbst verrichten. Diese unproduktive Arbeit befähigt sie niemals, ||310| dieselbe unproduktive Arbeit von neuem zu wiederholen, wenn sie nicht vorher produktiv gearbeitet haben.
Drittens. Andrerseits: Ein entrepreneur von Schauspielhäusern, Konzerten, Bordellen usw. kauft die temporäre Verfügung über das Arbeitsvermögen der Schauspieler, Musikanten, Huren etc. – in fact auf einem Umweg, der nur ökonomisch-formelles Interesse hat; für das Resultat die Bewegung dieselbe –; er kauft diese sog. „unproduktive Arbeit“, deren „Dienste im Augenblick ihrer Leistung vergehen“ und sich nicht fixieren oder realisieren in „einem dauernden“ (particular45 heißt es auch) „Gegenstand oder einer verkäuflichen Ware“ (außer ihnen selbst). Der Verkauf derselben an das Publikum erstattet ihm Salair und Profit. Und diese services, die er so gekauft hat, befähigen ihn, sie wieder zu kaufen, d.h., durch sie selbst wird der fonds erneuert, aus dem sie bezahlt werden. Dasselbe gilt z.B. von der Arbeit der clercs46, die ein advocat auf seinem bureau anwendet, außerdem daß diese services sich noch in sehr bulky „particular subjects“47, in der Form von ungeheuren Aktenstößen, meist verkörpern.
Es ist wahr, daß dem entrepreneur selbst diese services aus der Revenue des Publikums bezahlt werden. Aber es ist nicht minder wahr, daß dies von allen Produkten gilt, soweit sie in die individuelle Konsumtion eingehn. Das Land kann zwar diese Dienste als solche nicht exportieren; aber es kann die Dienstverrichter exportieren. So exportiert Frankreich Tanzmeister, Köche usw. und Deutschland Schulmeister. Allerdings mit dem Export des Tanzmeisters und Schulmeisters wird auch seine Revenue exportiert, während der Export von Tanzschuhen und Büchern einen Return48 ins Land bringt.
Wenn also einerseits ein Teil der sog. unproduktiven Arbeit sich in materiellen Gebrauchswerten verkörpert, die ebensogut Waren sein könnten (vendible commodities49), so kann andrerseits ein Teil der bloßen Dienste, die keine objektive Gestalt annehmen – nicht als Sache getrenntes Dasein von den Dienstleistenden erhalten, auch nicht als Wertbestandteil in eine Ware eingehn –, gekauft werden mit Kapital (von dem unmittelbaren Käufer der Arbeit), ihr eignes Salair ersetzen und einen Profit abwerfen. Kurz, die Produktion dieser Dienste kann teilweise ebensowohl unter das Kapital subsumiert werden wie ein Teil der Arbeit, die sich in nützlichen Dingen verkörpert, direkt von der Revenue gekauft und nicht unter die kapitalistische Produktion subsumiert wird.
Viertens. Die ganze Welt der „Waren“ kann in 2 große Partien geteilt werden. Erstens das Arbeitsvermögen – zweitens die von dem Arbeitsvermögen selbst unterschiednen Waren. Der Ankauf solcher Dienste nun, die das Arbeitsvermögen bilden, erhalten, modifizieren etc. kurz, ihm eine Spezialität geben oder es auch nur erhalten, also z.B. der Dienst des Schulmeisters, soweit er „industriell nötig“ oder nützlich, der Dienst des Arztes, soweit er die Gesundheit erhält, also die Quelle aller Werte, das Arbeitsvermögen selbst, konserviert usw., sind also Dienste, die an ihre Stelle setzen „une marchandise qui puisse se vendre etc.“50, nämlich das Arbeitsvermögen selbst, in dessen Produktions- oder Reproduktionskosten diese Dienste eingehn. Indes wußte A. Smith, wie wenig „education“51 in die Produktionskosten der Masse der working men eingeht. Und unter allen Umständen gehören die Dienste des Arztes zu den faux frais de production52. Man kann sie zu den Reparierkosten der Arbeitsvermögen rechnen. Gesetzt, daß Salair und Profit zusammenfielen, aus irgendwelchem Grund, ihrem Gesamtwert nach, z.B., weil die Nation fauler geworden, und zugleich ihrem Gebrauchswert nach, weil die Arbeit unproduktiver geworden infolge von Mißernten etc., kurz, der Teil des Produkts, dessen Wert gleich der Revenue, nehme ab, weil weniger neue Arbeit in dem letzten Jahr zugesetzt worden und weil die zugesetzte Arbeit unproduktiver. Wollten Kapitalist und Arbeiter nun nach wie vor dieselbe Wertsumme in materiellen Dingen verzehren, so könnten sie weniger Dienste des Arztes, Schulmeisters etc. kaufen. Wären sie gezwungen, dieselbe Ausgabe für beide fortzusetzen, so müßten sie ihren Konsum in andren Dingen einschränken. Also klar, daß die Arbeit von Arzt und Schulmeister nicht unmittelbar den fonds schaffen, aus dem sie bezahlt werden, obgleich ihre Arbeiten in die Produktionskosten des Fonds eingehn, der überhaupt alle Werte schafft, nämlich in die Produktionskosten des Arbeitsvermögens.
„Drittens scheint es unter jeder Voraussetzung falsch zu sein, zu sagen, die Arbeit der Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute vergrößere nicht die reale Revenue der Gesellschaft. Selbst wenn wir zum Beispiel annehmen, wie es in diesem System geschieht. daß der Wert des täglichen, monatlichen und jährlichen Konsums dieser Klasse genau gleich sei dem Wert ihrer täglichen, monatlichen und jährlichen Produktion, so würde daraus doch keineswegs folgen, daß ihre Arbeit nichts zur realen Revenue der Gesellschaft hinzufügt, zu dem realen Wert des jährlichen Produkts des Bodens und der Arbeit des Landes. Ein Handwerker zum Beispiel, der in den ersten sechs Monaten nach der Ernte eine Arbeit im Werte von 10 Livres ausführt, wird auch dann, wenn er sn der gleichen Zeit für 10 Livres Korn und andere lebensnotwendige Produkte verzehrt, dem Jahresprodukt des Bodens und der Arbeit der Gesellschaft einen Wert von 10 Livres hinzufügen. Während er eine Halbjahrsrevenue von 10 Livres in Korn und anderen lebensnotwendigen Produkten konsumierte, produzierte seine Arbeit zur selben Zeit einen gleichen Wert, mit dem er für sich oder einen anderen eine ebensolche Halbjahrsrevenue kaufen kann. Folglich ist der Wert dessen, was in diesen sechs Monaten sowohl konsumiert als auch produziert wurde, nicht gleich 10, sondern 20 Livres. Allerdings ist es möglich, daß von diesem Wert in jedem beliebigen Augenblick niemals mehr als 10 Livres auf einmal vorhanden waren. Wären aber das Korn und die anderen lebensnotwendigen Produkte im Werte von 10 Livres, die der Handwerker konsumierte, von einem Soldaten oder Dienstboten verzehrt worden, dann wäre der Wertteil des Jahresprodukts, der am Ende der sechs Monate vorhanden war, um 10 Livres geringer, als er infolge der Arbeit des Handwerkers war. Selbst wenn man annimmt, daß der von dem Handwerker produzierte Wert in jedem beliebigen Moment nicht größer ist als der von ihm konsumierte Wert, so ist doch der Gesamtwert der jedesmal wirklich auf dem Markt vorhandenen Waren infolge seiner Arbeit größer, als er ohne ihn wäre.“ (l.c., t. III, p. 531–533 [Garnier].)
Ist nicht der Wert der jedesmal auf dem Markt befindlichen Waren infolge der „unproduktiven Arbeit“ größer, als er es ohne dieselbe sein würde? Befinden sich nicht in jedem Augenblick auf dem Markt neben Weizen und Fleisch etc. auch Huren, Advokaten, Predigten, Konzerte, Theater, Soldaten, Politiker etc.? Diese Burschen oder Burschinnen erhalten das blé et autres denrées de nécessité53 oder d'agrément54 nicht umsonst. Sie geben dafür oder dringen dafür auf ihre Dienste, die als solche Dienste einen Gebrauchswert und infolge ihrer Produktionskosten auch einen Tauschwert haben. In consommablen articles gerechnet besteht jeden Augenblick, neben den in den denrées55 existierenden consommablen Artikeln, ein Quantum als services consommabler Artikel. Die Gesamtsumme der consommablen Artikel ist so in jedem Augenblick größer, als sie ohne die consommablen services wäre. Zweitens aber ist auch der Wert größer; denn er ist gleich dem Wert der Waren, die diese services erhalten, und ist gleich dem Wert der services selbst, indem hier, wie bei jedem Austausch von Ware gegen Ware, Äquivalent für Äquivalent gegeben wird, also derselbe Wert doppelt vorhanden ist, einmal auf der Seite des Käufers und einmal auf der Seite des Verkäufers.
„Wenn die Vertreter dieses Systems sagen, die Konsumtion der Handwerker, Manufakturarbeiter und Kaufleute sei gleich dem Wert dessen, was sie produzieren, so meinen sie damit wahrscheinlich nichts weiter, als daß die Revenue dieser Arbeiter oder der für ihren Unterhalt bestimmte Fonds gleich diesem Wert ist“ {viz: la valeur de ce qu'ils produisent56}. (l.c. p. 533.)
Darin hatten die Physiokraten recht mit Bezug auf ouvriers und maîtres57 zusammengenommen, von deren letztren Profit die Rente nur eine besondre Rubrik bildet.}
||312| {{A. Smith bemerkt bei derselben Gelegenheit, d.h. seiner Kritik der Physiokraten, l. IV, ch. IX (edit. Garnier, t. III):
„Das jährliche Produkt des Bodens und der Arbeit einer Gesellschaft kann nur auf zwei Arten vermehrt werden: entweder erstens durch eine Vervollkommnung des produktiven Vermögens der nützlichen Arbeit, die jeweils in dieser Gesellschaft betrieben wird, oder zweitens durch eine Vermehrung der Quantität dieser Arbeit. Damit irgendeine Vervollkommnung oder ein Anwachsen der Kraft des produktiven Vermögens der nützlichen Arbeit eintrete, muß sich entweder die Geschicklichkeit des Arbeiters vervollkommnen oder muß man die Maschinen vervollkommnen, mit denen er arbeitet … Die Vermehrung der Quantität nützlicher Arbeit, die jeweils in einer Gesellschaft angewendet wird, hängt ausschließlich von der Vermehrung des Kapitals ab, das sich in Tätigkeit hält; und die Vermehrung dieses Kapitals muß ihrerseits wieder genau gleich dem Betrag der Ersparnisse aus ihren Revenuen sein, die entweder diejenigen machen, die dieses Kapital leiten und verwalten, oder andere, die es ihnen leihen.“ (p. 534, 535.)
Hier ein doppelter cercle vicieux58. Erstens: Das jährliche Produkt wird vermehrt durch größre Produktivität der Arbeit. Alle Mittel, um diese Produktivität zu vergrößern {soweit nicht durch Naturzufälle wie besonders günstige Saison etc.}, erfordern Vergrößrung des Kapitals. Aber um das Kapital zu vergrößern, muß das jährliche Produkt der Arbeit vergrößert werden. Erster cercle. Zweitens: Das jährliche Produkt kann vermehrt werden durch Vermehrung in der Quantität der angewandten Arbeit. Die Quantität der angewandten Arbeit kann aber nur vermehrt werden, wenn vorher das Kapital vermehrt ist qui le tient (le travail) en activité59. Zweiter cercle. Smith hilft sich aus beiden Kreisläufen durch das épargner60. Unter diesem Ausdruck versteht er nämlich die Verwandlung von revenue in capital.
An und für sich schon falsch, den ganzen profit als „Revenue“ des Kapitalisten aufzufassen. Das Gesetz der kapitalistischen Produktion erheischt vielmehr, daß ein Teil der Surplusarbeit, der unbezahlten Arbeit, die der Arbeiter verrichtet, in Kapital verwandelt wird. Handelt der einzelne Kapitalist als Kapitalist, d.h. als Funktionär des Kapitals, so mag dies ihm selbst als épargner erscheinen; es stellt sich aber ihm selhst unter der Notwendigkeit eines Reservefonds dar. Die Vermehrung des Arbeitsquantums hängt aber nicht nur von der Zahl der Arbeiter ab, sondern von der Länge des Arbeitstags. Das Quantum der Arbeit kann also vermehrt werden, ohne daß der Teil des Kapitals, der sich in Arbeitslohn auflöst, vermehrt wird. Ebenso braucht unter dieser Voraussetzung die Maschinerie etc, nicht vermehrt zu werden (obgleich sie sich schneller abnützen würde. Dies ändert aber nichts an der Sache). Das einzige, was vermehrt werden müßte, ist der Teil des Rohstoffs, der sich in Samen auflöst etc. Und das bleibt richtig, daß, ein Land gegeben (vom auswärtigen Handel abstrahiert), die Mehrarbeit zunächst auf die Agrikultur geworfen werden muß, bevor sie in den Industrien, die von ihr die matière brute61 erhalten, möglich ist. Ein Teil dieser matière brute, wie Kohle, Eisen, Holz, Fische etc. (letztre z.B. als Dünger), kurz, alle nicht animalischen Düngemittel können durch bloß vermehrte Arbeit (bei gleichbleibender Arbeiterzahl) beschafft werden. Daran kann es also nicht fehlen. Andrerseits früher nachgewiesen, daß die Vermehrung der Produktivität ursprünglich stets bloß Konzentration von Kapital, nicht Akkumulation desselben voraussetzt.62 Später aber ergänzen sich beide Prozesse.}}
{Der Grund, warum die Physiokraten für laissez faire, laisser passer63, kurz, freie Konkurrenz predigten, richtig enthalten in den folgenden Sätzen von Smith:
„Der Handel zwischen diesen beiden verschiedenen Klassen des Volkes“ (campagne und ville64) „besteht in letzter Instanz im Austausch einer gewissen Menge von Rohprodukten gegen eine gewisse Menge von Manufakturprodukten. Je teurer folglich die letzteren sind, um so wohlfeiler werden die ersteren sein; und alles, was in einem Lande den Preis der Manufakturprodukte erhöht, führt zu einer Senkung des Preises der Rohprodukte der Erde und folglich zu einer Lähmung der Agrikultur.“
Nun aber alle entraves, gênes aux manufactures et au commerce étranger65 machen die Manufakturwaren etc. teurer. Ergo66 etc. (Smith, l.c. p. 554.)}
||313| Smiths zweite oder vielmehr mit seiner andren durchlaufende Ansicht von „produktiver“ und „unproduktiver Arbeit“ läuft also darauf hinaus, daß die erste Arbeit ist, die Ware produziert, die zweite solche, die „keine Ware“ produziert. Er leugnet nicht, daß die eine Art Arbeit so gut wie die andre Ware ist. Sieh oben67:
„Die Arbeit der letzteren hat … ihren Wert und verdient ihren Lohn ebenso wie die der ersteren“
(nämlich ökonomisch; von moralischen etc. Standpunkten handelt es sich weder bei der einen noch bei der andren Art der Arbeit). Der Begriff der Ware schließt aber ein, daß sich die Arbeit verkörpert, materialisiert, realisiert in ihrem Produkt. Die Arbeit selbst in ihrem unmittelbaren Dasein, in ihrer lebendigen Existenz, kann nicht unmittelbar als Ware gefaßt werden, sondern nur das Arbeitsvermögen, dessen temporäre Äußerung die Arbeit selbst ist. Wie die eigentliche Lohnarbeit nur in dieser Weise entwickelt werden kann, so die „unproduktive Arbeit“, die A. Smith überall bestimmt durch die Produktionskosten, die erheischt sind, um den „unproduktiven Arbeiter“ zu produzieren. Ware muß also als unterschiedne Existenz von der Arbeit selbst aufgefaßt werden. Dann aber zerfällt die Welt der Waren in zwei große Kategorien:
auf der einen Seite die Arbeitsvermögen;
auf der andren Seite die Waren selbst.
Das Materialisieren etc, der Arbeit ist jedoch nicht so schottisch zu nehmen, wie A. Smith es faßt. Sprechen wir von der Ware als Materiatur der Arbeit – in dem Sinne ihres Tauschwerts –, so ist dies selbst nur eine eingebildete, d.h. bloß soziale Existenzweise der Ware, die mit ihrer körperlichen Realität nichts zu schaffen hat; sie wird vorgestellt als bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Arbeit oder Geld. Es ist möglich, daß die konkrete Arbeit, deren Resultat sie ist, keine Spur an ihr zurückläßt. Bei der Manufakturware bleibt diese Spur in der Form, die dem Rohmaterial äußerlich bleibt. In dem Ackerbau etc., wenn die Form, die die Ware, z.B. Weizen, Ochs usw., erhalten haben, auch Produkt menschlicher Arbeit, und zwar von Generation zu Generation vererbter und sich ergänzender Arbeit ist, so ist das dem Produkt nicht anzusehn. Bei andrer industrieller Arbeit liegt es gar nicht im Zweck der Arbeit, die Form des Dings zu ändern, sondern nur seine Ortsbestimmung. Z.B., wenn eine Ware von China nach England gebracht wird etc., so ist die Spur der Arbeit an dem Ding selbst nicht zu erkennen (außer bei denen, die sich erinnern, daß das Ding kein englisches Produkt ist). Also in der Art wäre das Materialisieren der Arbeit in der Ware nicht zu verstehn. (Hier kommt die Täuschung daher, daß sich ein gesellschaftliches Verhältnis in der Form eines Dings darstellt.)
Wohl aber bleibt richtig, daß die Ware als vergangne, vergegenständlichte Arbeit erscheint, also, wenn sie nicht in der Form eines Dings erscheint, nur in der Form des Arbeitsvermögens selbst erscheinen kann; aber nie unmittelbar (sondern auf einem Umweg, der praktisch gleichgültig scheint, jedoch es nicht ist in der Bestimmung der verschiednen Arbeitslöhne) als lebendige Arbeit selbst. Produktive Arbeit wäre also solche, die Waren produziert oder das Arbeitsvermögen selbst direkt produziert, bildet, entwickelt, erhält, reproduziert. Letztre schließt A. Smith von seiner Rubrik der produktiven Arbeit aus; willkürlich, aber mit einem gewissen richtigen Instinkt, daß, wenn er sie einschloß, er Tor und Tür öffnete für false pretensions68 produktiver Arbeit.
Soweit also von dem Arbeitsvermögen selbst abstrahiert wird, löst sich produktive Arbeit in solche auf, die Waren produziert, materielle Produkte, deren Herstellung ein bestimmtes Quantum Arbeit oder Arbeitszeit gekostet hat. Unter diesen materiellen Produkten sind alle Produkte der Kunst und Wissenschaft, Bücher, Gemälde, Statuen usw. eingeschlossen, soweit sie sich dinglich darstellen. Ferner aber muß das Produkt der Arbeit Ware sein, in dem Sinne, daß es „a vendible commodity“69, d.h. Ware in ihrer ersten Form, die erst ihre Metamorphose zu durchlaufen hat. (Ein Fabrikant mag sich selbst eine Maschine bauen, wenn er sie sonst nirgend gebaut bekommen kann, nicht um sie zu verkaufen, sondern als Gebrauchswert zu vernutzen. Indes vernutzt er sie dann als Teil seines konstanten Kapitals. verkauft sie also stückweis in der Form des Produkts, zu dessen Herstellung sie konkurriert hat.)
||314| Also gewisse Arbeiten von menial servants70 mögen sich ebensogut in Waren (potentia71) darstellen, und sogar in denselben Gebrauchswerten, stofflich betrachtet. Sie sind aber nicht produktive Arbeit, weil sie in der Tat nicht „Waren“, sondern unmittelbar „Gebrauchswerte“ produzieren. Was aber Arbeiten betrifft, die für ihren Käufer oder employer72 selbst produktiv sind, wie z.B. die Arbeit des Schauspielers für den Theaterentrepreneur, so würde sie sich dadurch als unproduktive Arbeit ausweisen, daß ihr Käufer sie nicht in der Form der Ware, sondern nur in der Form der Tätigkeit selbst dem Publikum verkaufen kann.
Abgesehn von diesem, ist produktive Arbeit solche, die Waren produziert, und unproduktive Arbeit solche, die persönliche Dienste produziert. Die erstre Arbeit stellt sich in einem verkaufbaren Ding dar; die letztre muß während ihrer Operation verzehrt werden, Die erstre schließt (mit Ausnahme der das Arbeitsvermögen selbst bildenden Arbeit) allen in dinglicher Form existierenden materiellen und intellektuellen Reichtum, Fleisch sowohl wie Bücher [ein]; die zweite begreift alle Arbeiten ein, die irgend ein eingebildetes oder wirkliches Bedürfnis des Individuums befriedigen oder auch dem Individuum wider seinen Willen sich aufdrängen.
Ware ist die elementarischste Form des bürgerlichen Reichtums. Die Erklärung von „produktiver Arbeit“ dahin, daß sie Arbeit ist, die „Ware“ produziert, entspricht also auch einem viel mehr elementarischen Standpunkt als die, die erklärt, daß produktive Arbeit solche ist, die Kapital produziert.
Die Gegner A. Smiths haben seine erste sachgemäße Erklärung außer acht gelassen, dagegen sich an die zweite gehalten und die hier unvermeidlichen Widersprüche und Inkonsequenzen hervorgehoben. Hier wieder dadurch sich die Polemik erleichtert, daß auf den stofflichen Inhalt der Arbeit eingegangen und namentlich auf die Bestimmung, daß die Arbeit sich in einem mehr oder minder dauerhaften Produkt fixieren muß. Was aber die Polemik besonders hervorgerufen, werden wir gleich sehn.
Vorher noch dies. A. Smith sagt vom physiokratischen System, daß es sein großes Verdienst sei, zu haben represented73,
„der Reichtum der Nationen bestehe nicht in dem nicht konsumierbaren Gold und Silber, sondern in den konsumierbaren Gütern, die alljährlich durch die Arbeit der Gesellschaft reproduziert werden“. (v. III, l. IV, ch. IX, p. 538 [Garnier].)
Hier haben wir die Ableitung seiner zweiten Definition of productive74 labour. Die Bestimmung des Mehrwerts hing natürlich ab von der Form, worin der Wert selbst gefaßt wurde. Im Monetar- und Merkantilsystem stellt er sich daher als Geld dar; bei den Physiokraten als Produkt der Erde, als Agrikulturprodukt; endlich bei A. Smith als Ware schlechthin. Soweit die Physiokraten auf die Substanz des Werts kommen, löst er sich ihnen ganz so in bloßen Gebrauchswert auf (Materie, Stoff) wie den Merkantilisten in die bloße Wertfornn75, Form, worin das Produkt als allgemeine gesellschaftliche Arbeit erscheint, Geld; bei A. Smith sind die beiden Bedingungen der Ware, Gebrauchswert und Tauschwert, zusammengefaßt; und so ist jede Arbeit produktiv, die sich in irgendeinem Gebrauchswert darstellt, [in] nützlichem Produkt. Daß sie es ist, die sich darin darstellt, schließt schon ein, daß dies Produkt zugleich gleich bestimmtem Quantum allgemein gesellschaftlicher Arbeit. A. Smith, den Physiokraten gegenüber, stellt den Wert des Produkts als das Essentielle für den bürgerlichen Reichtum wieder her, streift aber andrerseits die bloß phantastische Form ab – die von Gold und Silber –, worin den Merkantilisten der Wert erscheint. Jede Ware ist an sich Geld. Daß A. Smith damit zugleich auch plus on moins76 in die merkantilistische Vorstellung von der „Dauerhaftigkeit“, in fact inconsommabilité77, zurückfällt, ist unverkennbar. Man erinnere sich der Stelle bei Petty (sieh mein Heft I, p. 10978, wo zitiert Petty, „Polit. Arith.“), wo der Reichtum geschätzt wird nach den Graden, worin er unvergänglich ist, mehr oder minder dauerhaft ist, und schließlich Gold und Silber „als unvergänglicher Reichtum“ an die Spitze gestellt werden.
„Indem er“ (sagt Blanqui, A., „Histoire de l'écon. polit.“, Bruxelles 1839, p. 152) „die Eigenschaft des Reichtums ausschließlich auf jene Werte beschränkte, die in materiellen Stoffen verkörpert sind, löschte er aus dem Buche der Produktion die ganze unbegrenzte Masse der immateriellen Werte aus, der Töchter des moralischen Kapitals der zivilisierten Nationen“ etc.
Was die Polemik gegen A. Smiths Unterscheidung von produktiver und unproduktiver Arbeit besonders hervorrief – eine Polemik, die jedoch hauptsächlich auf die dii minorum gentium79 sich beschränkt (von denen Storch noch der bedeutendste), indem sie sich bei keinem bedeutenden Ökonomen ||315| findet, bei niemand, von dem man sagen könnte, daß er irgendeine Entdeckung in der politischen Ökonomie gemacht; sie ist dagegen das Steckenpferd der second-rate fellows80 und ganz speziell der schulmeisterlichen Kompilatoren und Kompendienschreiber, auch schönschreibender Dilettanten und Vulgarisateurs auf diesem Gebiet –, sind folgende Umstände.
Der großen Masse sog. „höherer“ Arbeiter – wie der Staatsbeamten, Militärs, Virtuosen, Ärzte, Pfaffen, Richter, Advokaten usw. –, die zum Teil nicht nur nicht produktiv sind, sondern wesentlich destruktiv, aber sehr großen Teil des „materiellen“ Reichtums teils durch Verkauf ihrer „immateriellen“ Waren, teils durch gewaltsame Aufdrängung derselben sich anzueignen wissen, war es keineswegs angenehm, ökonomisch in dieselbe Klasse mit den buffoons und menial servants81 verwiesen zu werden und bloß als Mitkonsumenten, Parasiten der eigentlichen Produzenten (oder vielmehr Produktionsagenten) zu erscheinen. Es war dies eine sonderbare Entheiligung grade der Funktionen, die bisher mit einem Heiligenschein umgeben waren, abergläubische Verehrung genossen. Die politische Ökonomie in ihrer klassischen Periode, ganz wie die Bourgeoisie selbst in ihrer Parvenuperiode, verhält sich streng und kritisch zu der Staatsmaschinerie etc. Später sieht sie ein und – zeigt sich auch praktisch – lernt sie durch die Erfahrung, daß aus ihrer eignen Organisation die Notwendigkeit der ererbten Gesellschaftskombination aller dieser zum Teil ganz unproduktiven Klassen hervorwächst.
Soweit jene „unproduktiven Arbeiter“ nicht Genüsse schaffen und ihr Kauf daher ganz abhängt von der Art, wie der Produktionsagent sein Salair oder seinen Profit verausgaben will – sofern sie vielmehr teils durch physische Gebrechen (wie Ärzte) oder geistige Schwächen (wie Pfaffen) oder durch den Konflikt der Privatinteressen und der Nationalinteressen (wie Staatsleute, alle lawyers82, Polizisten, Soldaten) nötig werden oder sich selbst nötig machen, erscheinen sie dem A. Smith wie dem industriellen Kapitalisten selbst und der Arbeiterklasse als faux frais de production, die also möglichst auf das notwendigste Minimum zu reduzieren und möglichst wohlfeil herzustellen sind. Die bürgerliche Gesellschaft produziert alles das in ihrer eignen Form wieder, was sie in feudaler oder absolutistischer Form bekämpft hatte. Zunächst also für die Sykophanten dieser Gesellschaft, speziell der höhern Stände, ein Hauptgeschäft, selbst den bloß parasitischen Teil dieser „unproduktiven Arbeiter“ theoretisch zu restaurieren oder auch die übertriebnen Ansprüche des unentbehrlichen Teils derselben nachzuweisen. Es war in der Tat die Abhängigkeit der ideologischen etc. Klassen von den Kapitalisten proklamiert.
Zweitens aber wurde ein Teil der Produktionsagenten (der materiellen Produktion selbst) bald von diesen, bald von jenen Okonomen als „unproduktiv“ nachgewiesen. Z.B. der Grundeigentümer von dem Teil der Ökonomen, die das industrielle Kapital vertreten (Ricardo). Andre (z.B. Carey) erklärten den eigentlichen commerçant83 für einen „unproduktiven“ Arbeiter. Nun kamen gar Dritte, die den „Kapitalisten“ selbst für unproduktiv erklärten oder wenigstens seine Ansprüche an den materiellen Reichtum auf „Salair“, d.h. auf den Lohn eines „produktiven Arbeiters“, reduzieren wollten. Viele der geistigen Arbeiter schienen dieser Skepsis sich anzuschließen. Es war also Zeit, Kompromiß zu machen und die „Produktivität“ aller nicht direkt unter die Agenten der materiellen Produktion eingeschlossenen Klassen anzuerkennen. Eine Hand wäscht die andre, und wie in der „fable of the bees“84 war nachzuweisen, daß auch vom „produktiven“, ökonomischen Standpunkt aus die bürgerliche Welt mit allen den „unproduktiven Arbeitern“ die beste aller Welten ist; um so mehr, da die „unproduktiven Arbeiter“ ihrerseits kritische Betrachtungen über die Produktivität der Klassen anstellten, die überhaupt „fruges consumere nati“85 – oder auch über die Produktionsagenten, wie Grundeigentümer, die gar nichts tun, usw. Sowohl die Nichtstuer als ihre Parasiten mußten ihren Platz in der besten Weltordnung finden.
Drittens: Wie sich die Herrschaft des Kapitals entwickelte und in der Tat auch die nicht direkt auf Schöpfung des materiellen Reichtums bezüglichen produktionssphären immer mehr von ihm abhängig wurden – namentlich die positiven Wissenschaften (Naturwissenschaften) als Mittel der materiellen Produktion dienstbar gemacht wurden –, ||316| glaubten sykophantische underlings86 der politischen Ökonomie jede Wirkungssphäre dadurch verherrlichen zu müssen und rechtfertigen, daß sie selbe „im Zusammenhang“ mit der Produktion des materiellen Reichtums darstellten – als Mittel für denselben – und jeden damit beehrten, daß sie ihn zum „produktiven Arbeiter“ im „ersten“ Sinn machten, nämlich zu einem labourer, der im Dienst des Kapitals arbeite, ihm in der einen oder andren Weise in seiner Bereicherung nützlich sei, etc.
Da sind noch solche Leute wie Malthus vorzuziehn, die direkt die Notwendigkeit und Nützlichkeit „unproduktiver Arbeiter“ und bloßer Parasiten verteidigen.
Es ist nicht der Mühe wert, auf die Fadaisen87 von G. Garnier (Smiths Übersetzer), Earl of Lauderdale, Brougham, Say, Storch, später Senior, Rossi usw. – bezüglich dieses Punkts – einzugehn. Es sollen nur ein paar charakteristische Stellen zitiert werden.
Vorher noch eine Stelle von Ricardo, worin dieser nachweist, daß den „produktiven Arbeitern“ es viel nützlicher ist, wenn die Eigentümer des Mehrwerts (Profit, Grundrente) selbigen aufessen in „unproduktiven Arbeitern“ (as menial servants f.i.88), denn in den von den „produktiven Arbeitern“ produzierten Luxusprodukten.
{Sismondi: „Nouv. princ.“, t. I, p. 148, akzeptiert die richtige Erklärung des Smithschen Unterschiedes (wie dies auch bei Ricardo als selbstverständlich): Der reelle Unterschied der produktiven und unproduktiven Klassen ist:
„Die eine tauscht ihre Arbeit immer gegen das Kapital einer Nation aus; die andere tauscht es immer aus gegen einen Teil der nationalen Revenue.“
„Obgleich der Arbeiter durch seine tägliche Arbeit viel mehr als seine täglichen Kosten bervorgebracht hat, ist es selten, daß nach Teilung mit Grundbesitzer und Kapitalist ihm etwas Erkleckliches über das unbedingt Notwendige übrigbleiben.“ (Sismondi, t. I, „N. P. etc.“, p. 87.)}
„Wenn ein Grundeigentümer oder ein Kapitalist seine Revenue nach Art eines mittelalterlichen Barons ausgibt, nämlich für den Unterhalt einer großen Zahl von Gefolgsleuten oder Hauspersonal, wird er Verwendung für viel mehr Arbeit schaffen, als wenn er sie für wertvolle Kleidung oder eine bessere Einrichtung, für Kutschen, Pferde oder den Kauf irgendwelcher anderen Luxuswaren verausgabt. In beiden Fällen ist die Nettorevenue ebenso wie die Bruttorevenue die gleiche, jedoch wird die erstere in verschiedene Waren umgesetzt. Wenn meine Revenue 10 000 l. beträgt, so wird die fast gleiche Menge produktiver Arbeit verwendet, ob ich sie nun in wertvolle Kleidung und teure Möbel usw. oder in eine Menge Nahrungsmittel und Kleidung von gleichem Wert umsetze. Wenn ich aber meine Revenue in Waren der ersten Art umsetzte, so wird danach keine Arbeit mehr beschäftigt, – ich würde mich meiner Kleider und meiner Möbel erfreuen und damit ist die Angelegenheit beendet. Wenn ich aber meine Revenue in Nahrungsmittel und Kleider umsetze und es ist mein Wunsch, Dienstpersonal zu beschäftigen, so werden alle jene, die ich so mit meiner Revenue von 10 000 l. oder mit den von mir gekauften Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken beschäftigen kann, der früheren Nachfrage nach Arbeit hinzugefügt, und diese Vermehrung tritt lediglich ein, weil ich diese Art der Verausgabung meiner Revenue gewählt habe. Da die Arbeiter also an der Nachfrage nach Arbeit interessiert sind, müssen sie offensichtlich wünschen, daß soviel wie möglich von der Revenue von den Ausgaben für Luxuswaren abgezogen wird, um für den Unterhalt von Dienstpersonal verwendet zu werden.“ (Ricardo, „Princ.“ 3 ed., 1821, p. 475, 476.)
D'Avenant zitiert aus einem alten Statistiker, Gregory King, eine Liste, entitled89 „Scheme of the Income and Expense of the several Families of England, calculated for the year 1688“. Hier teilt studiosus King die Gesamtheit des Volks in zwei Hauptklassen: „increasing the wealth of the Kingdom, 2 675 520 heads“ und „decreasing the wealth of the Kingdom, 2 825 000 heads“90 also die erstre „produktive“, die zweite „unproduktive“; die „produktive“ Klasse besteht aus Lords, Baronets, Knights, Esquires, Gentlemen, Persons in Offices und Places91, Kaufleuten im Seehandel, Persons in the Law, clergymen, freeholders, farmers, persons in liberal arts and sciences, shopkeepers and tradesmen, artisans and handicrafts, Naval Officers, Military Officers92. Dagegen die „unproduktive“ Klasse: Matrosen (common seamen), labouring people and out servants (dies sind Ackerbauarbeiter und Manufakturtaglöhner), cottagers93 (noch 1/5 der ganzen englischen Bevölkerung zu D'Avenants Zeiten), ||317| common soldiers, paupers, gipsies, thieves, beggars und vagrants generally94. D'Avenant erklärt diese Rangliste des studiosus King so:
„Er meint hiermit, daß die erste Volksklasse vom Boden, den Künsten und dem Gewerbefleiß sich selbst erhält und jedes Jahr etwas zum nationalen Kapital hinzufügt; und abgesehn hiervon kontribuiert von ihrem Überfluß jedes Jahr soundso viel zur Erhaltung anderer. Die von der zweiten Klasse halten sich teilweise selbst durch Arbeit, aber der Rest, wie die Weiber und Kinder dieser, sind auf Kosten der andern genährt; jährliche Last für das Publikum, indem sie jährlich soviel verzehren, als sonst hinzugefügt würde zum Generalstock der Nation.“ (D'Avenant, „An Essay upon the probable methods of making a people gainers in the balance of trade“, London 1699, p. 23 und p. 50.)
Übrigens für Vorstellungen der Merkantilisten vom Mehrwert die folgende Stelle von D'Avenant nicht uncharakteristisch:
„Die Exportation unsres eignen Produkts muß England reich machen; Gewinner zu sein in der Handelsbilanz, müssen wir unser eignes Produkt ausführen; damit kaufen wir die für unseren eigenen Konsum notwendigen Dinge ausländischer Herkunft, wobei uns ein Überschuß bleibt entweder in Edelmetall oder in Waren, die wir in andere Länder verkaufen können; dieser Überschuß ist der Profit, den eine Nation aus dem Handel zieht und der größer oder kleiner ist in Abhängigkeit von der natürlichen Frugalität des exportierenden Volkes“ (eine Frugalität, die die Holländer, aber nicht die Engländer besitzen – l.c. p. 46, 47) „oder von dem niedrigen Preis der Arbeit und der Manufakturwaren, der ihnen erlaubt, die Waren billig und zu einem Preis zu verkaufen, der auf fremden Märkten nicht unterboten werden kann.“ (D'Avenant, l.c. p. 45, 46.)
{„Bei dem, was im Inland konsumiert wird, verliert der eine nur das, was der andere gewinnt, und die Nation im allgemeinen ist um nichts reicher; aber alles, was im Ausland konsumiert wird, ist ein klarer und sicherer Profit.“ („An Essay on the East India Trade etc.“, Lond. 1697, [p. 31].)}
{Diese, einer Schrift D'Avenants beigedruckte Schrift, die er zu verteidigen95 sucht96, ist nicht dieselbe wie die von McCulloch angeführten „Considerations on the East India Trade“, 1701.}
Übrigens muß man sich diese Merkantilisten nicht so dumm vorstellen, wie sie dargestellt werden von den spätern Vulgär-Freetraders. In vol. II seiner „Discourses on the publick revenues, and on the trade of England etc.“, London 1698, sagt Davenant u.a.:
„Gold und Silber sind in der Tat das Maß des Handels, aber die Quelle und der Ursprung davon ist bei allen Nationen das natürliche oder künstliche Produkt des Landes, d.h., was ihr Land oder was ihre Arbeit und Industrie produzieren. Und dies ist so wahr, daß eine Nation durch irgendeinen Umstand jeder Art von Geld verlustig gehn kann, wenn das Volk zahlreich ist, industriell, gewandt im Handel, geschickt in der Seefahrt; mit guten Häfen versehn, mit einem Boden, fruchtbar an verschiedenen Artikeln, wird solch ein Volk Handel haben und bald eine Menge von Silber und Gold. So daß der reelle und effektive Reichtum eines Landes das einheimische Produkt ist.“ (l.c. p. 15.). „Gold und Silber sind so weit entfernt, die einzigen Dinge zu sein, die den Namen von Schatz oder Reichtum einer Nation verdienen, daß in Wahrheit Gold im Grunde nicht mehr ist als die Rechenpfennige, womit Menschen in ihrem Geschäftsverkehr gewohnt worden sind zu rechnen.“ (l.c. p. 16.) „Wir verstehn das unter Reichtum, was den Fürsten und die große Masse seines Volkes in Überfluß, Wohlstand und Sicherheit erhält; ebenso ist Schatz, was zum Gebrauch des Menschen verwandelt“ (converted) „worden ist für Gold und Silber in Gebäude und Verbesserungen des Landes; ebenso auch andere Dinge, die gegen diese Metalle eintauschbar sind, wie die Früchte der Erde, Manufakturwaren oder ausländische Waren und Schiffsvorrat … Ja, selbst verderbliche Güter können als Reichtum einer Nation angesehen werden, wenn sie konvertibel, obgleich nicht eingetauscht sind in Gold und Silber; und wir halten sie nicht nur für Reichtum zwischen Individuum und Individuum, sondern zwischen einem Land und einem andren.“ (l.c. p. 60, etc.) „Das gemeine Volk ist der Magen des Staatskörpers. Dieser Magen“ nahm in Spanien das Geld nicht gehörig auf, ||318| verdaute es nicht … „Handel und Manufakturen sind die einzigen Media, wodurch solch eine Digestion und Distribution von Gold und Silber gemacht werden kann, die dem Staatskörper Nahrung zuführt.“ (l.c. p. 62, 63.)
„Landbauer, Seeleute, Soldaten, Handwerker und Kaufleute sind die wahren Grundpfeiler jedes Gemeinwesens; alle andern großen Berufe entstehen aus den Schwächen und Fehlern dieser; nun ist der Seemann drei von diesen vier“ (navigator, merchant, soldier97) ([Petty,] „Polit. Arithmetick etc.“, London 1699, p. 177). „Die Arbeit des Seemanns und Fracht der Schiffe ist stets von der Natur einer exportierten Ware, ihr (Überschuß über die Einfuhr bringt Geld ins Land etc.“ (l.c. p. 179.)
„Die, welche den Seehandel kommandieren, können zu wohlfeilerer Fracht mit mehr Profit arbeiten als andre zu größerer (teurerer Fracht); denn wie das Kleid wohlfeiler gemacht wird, wenn der eine etc., der andre etc, tut, so können die, welche den Schiffshandel kommandieren, verschiedne Arten von Sehiffen zu verschiednen Zwecken hauen, Seeschiffe, Fluß-, Handels-, Kriegs- etc. -schiffe, und dies ein Hauptgrund der wohlfeileren Fracht [der Holländer] als ihrer Nachharn, weil sie eine besondere Art von Sehiffen für jeden einzelnen Handelazweig zur Verfügung stellen können.“ (l.c. p. 179, 180.)
Nimmt die Steuer von den Industriellen etc., um zu geben denen, die sich überhaupt in einer Art beschäftigen, „die kein materielles Ding oder Dinge von wirklichem Nutzen und Wert für das Gemeinwesen produzieren – in diesem Fall wird der Reichtum publici98 vermindert: Anders als solche Beschäftigungen sind Erholungen und Erfrischungen des Geistes anzusehen, die, mäßig angewendet, Menschen zu Dingen fähig und geneigt machen, die an sich wichtiger sind.“ (l.c. p. 198.) „Nachdem man berechnet, wieviel Volk zur industriellen Arbeit nötig, kann der Rest weidlich und ohne Sehaden für die Gemeinheit verwandt werden in den Künsten und Übungen, die dem Vergnügen und der Verschönerung dienen und von denen die größte der Fortschritt der Naturerkenntnis ist.“ (l.c. p. 199.) „Es ist mehr zu gewinnen durch Manufaktur als Landwirtschaft und mehr durch Handel als Manufaktur.“ (l.c. p. 172.) „Ein Seemann ist 3 Bauern wert.“ (p. 178.) |VII-318||
||VIII-346| Petty, Mehrwert. In einer Stelle von Petty kann eine Ahnung von der Natur des Mehrwerts gesehen werden, obgleich er ihn nur in der Form der Grundrente behandelt. Namentlich wenn sie zusammengestellt wird mit folgender Stelle, worin er den relativen Wert von Silber und Korn bestimmt durch die relativen Quantitäten derselben, die in derselben Arbeitszeit produziert werden können.
„Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Innern der Erde Perus in derselben Zeit nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushel Korn brauchen würde, dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abhau neuer und ergiebigerer Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Aufwand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, caeteris paribus99.“ „Man lasse hundert Mann zehn Jahre lang arbeiten, um Korn zu ernten, und diesselbe Zahl Leute die gleiche Zeit, um Silber zu gewinnen, und ich sage, daß der Reinertrag an Silber der Preis des gesamten Reinertrags an Korn sein wird und gleiche Teile des einen den Preis gleicher Teile des andern bilden werden.“ „Korn wird zweimal teurer sein, wenn in der gleichen Zeit zweihundert Landleute das gleiche tun, was hundert leisten könnten.“ („On Taxes and Contributions“, 1662) (ed. 1679, p. 31, 24, 67.)
„Wenn die Gewerbe und schönen Künste wachsen, muß die Landwirtschaft zurückgehen, oder das Arbeitseinkommen der Landleute muß steigen und infolgedessen müssen die Renten des Landes fallen.“ (p. 193.) „Wenn in England Gewerbe und Manufaktur zugenommen haben …, wenn sich ihnen ein größerer Teil der Bevölkerung widmet als früher, und wenn der Preis des Korns heute nicht höher ist als damals, da es mehr Landleute und weniger im Handel und Gewerbe Beschäftigte gab, dann müssen schon aus diesem Grunde … die Renten des Landes fallen: Z.B. unterstelle den Weizenpreis zu 5 sh. oder 60 d. per Busbel; und wenn die Rente des Landes, worauf es wächst, die dritte Garbe“ (i.e. part, share100) „ist; dann ist von den 60 d. 20 d. für das Land und 40 d. für den Landmann; aber wenn der Lohn des Landmanns sich um 1/8 erheben sollte oder von 8 zu 9 d. per Tag, dann erhebt sich der Anteil des Landmannes am Bushel Weizen von 40 d. auf 45 d., und infolgedessen muß die Rente des Landes von 20 d. auf 15 d. fallen, denn wir nehmen an, daß der Weizenpreis derselbe bleibt, um so mehr, da wir ihn nicht erhöhen können, denn wenn wir es versuchten, würde ||347| zu uns (wie nach Holland) Korn vom Auslande gebracht werden, wo die Lage der Landwirtschaft sich nicht änderte.“ („Polit. Arithmetick“, etc., edit. Lond. 1699, p. 193, 194.) |VIII-347||
||VIII-364| {Petty. Mit der oben angeführten Stelle Pettys ist folgende zusammenzustellen, wo Rente überhaupt ein surplus value, produit net101 ist:
„Nehmen wir an, ein Mann bebaute mit eigener Hand eine bestimmte Fläche Land mit Korn, das heißt, er pflügt es um, sät, eggt, erntet, fährt das Korn ein, drischt es, mit einem Wort, er tut alles, was der Ackerbau erfordert. Ich behaupte – wenn dieser Mann sein Saatgut abgezogen hat sowie alles das, was er selbst verzehrt oder im Austausch für Kleidung oder für sonstige natürliche Bedürfnisse an andere gegeben hat – daß das, was an Korn übrigbleibt, die wirkliche Bodenrente für dieses Jahr ist; und der Durchschnitt von sieben Jahren oder vielmehr die Zahl von Jahren, in denen Mißernte und gute Ernte ihren Kreislauf durchmachen, gibt die gewöhnliche Rente des mit Korn bestellten Bodens. Aber eine weitere, wenn auch verwandte Frage ist die: Wieviel Geld ist dieses Korn oder diese Rente wert? Ich erwidere, es ist soviel wert, wie bei einer anderen Person übrigbleibt, die ihre beste Zeit dazu verwendet, um ins Land der Erzbergwerke zu gehen, Metall zu fördern, es zu reinigen, Münzen zu prägen und es dorthin zu bringen, wo die andere Person gesät und das Korn geerntet hat. Die Summe, die dieser Person nach Abzug aller ihrer Ausgaben übrigbleibt, wird dem Wert nach völlig gleich sein der Menge Korn, die dem Landmann verbleibt.“ („Traité des taxes“102, p. 23, 24.)} |VIII-364||
||VII-318| Herr J. St. Mill, in „Essays on some unsettled questions of polit. econ.“, London 1844, plagt sich auch mit der produktiven und unproduktiven Arbeit ab; wo in der Tat zu der Smithschen (zweiten) Erklärung nichts hinzukommt, als daß auch die Arbeiten produktiv, die das Arbeitsvermögen selbst produzieren.
„Quellen des Genusses können akkumuliert und aufgehäuft werden; Genuß selbst nicht. Der Reichtum eines Landes besteht aus der Totalsumme der in ihm enthaltenen dauernden Quellen des Genusses, seien sie materiell oder immateriell; und Arbeit oder Ausgabe, welche strebt zu vermehren oder diese dauernden Quellen zu erhalten, ist produktiv zu nennen.“ (l.c. p. 82.) „Was der Mechaniker oder Spinner verzehren, während sie ihren Dreck lernen, ist produktiv konsumiert, d.h. seine Konsumtion strebt nicht zu vermindern, sondern zu vermehren die dauernden Quellen des Genusses im Lande, indem sie die Neuschöpfung dieser Quellen bewirken, was den Betrag der Konsumtion mehr als wettmacht“. (l.c. p. 83.)
Garnier teilt über den „travail productif“103 im eminenten Sinn die Ansicht der Physiokraten, die er nur etwas abschwächt. Er bekämpft Smiths Ansicht, wonach
„produktive Arbeit … jene ist, die sich in einem Gegenstand realisiert, jene, die Spuren ihrer Tätigkeit hinterläßt und deren Produkt Gegenstand eines Kaufs oder Austauschs sein kann.“ (l.c., t. V, p. 169.)104 |VII-319||
||VIII-347| (Garnier, G.) Er bringt verschiedne Gründe gegen A. Smith an (zum Teil von den Spätern wiederholt).
„Diese Unterscheidung ist falsch, da sie sich auf einen Unterschied bezieht, der nicht besteht. Jede Arbeit ist produktiv in dem Sinne, in dem der Autor das Wort produktiv gebraucht. Die Arbeit der einen wie die der andren dieser beiden Klassen ist gleich produktiv an irgendeinem Genuß, einer Bequemlichkeit, einem Nutzen für denjenigen, der sie bezahlt; sonst würde diese Arbeit keinen Lohn finden.“ [l.c. p. 171.]
{Sie ist also produktiv, weil sie irgendeinen Gebrauchswert produziert und sich verkauft, einen Tauschwert hat, also selbst Ware ist.} In der Ausführung aber dieses Punkts, als Illustration desselben, führt Garnier vielmehr Beispiele an, wo die „unproduktiven Arbeiter“ dasselbe tun, denselben Gebrauchswert oder Art des Gebrauchswerts produzieren wie die „produktiven“. Z.B.:
„Der Diener, der in meinem Dienste steht, mein Feuer anzündet, mich frisiert, meine Kleider und Möbel reinigt und in Ordnung hält, meine Nahrung zubereitet usw., leistet Dienste ganz derselben Art wie die Wäscherin oder Weißnäherin, die die Wäsche ihrer Kunden reinigt oder instand hält; … wie der Gastwirt, Garkoch oder Kneipenwirt, dessen Beruf es ist, den Leuten Essen zuzubereiten, die bei ihm speisen wollen; wie der Barbier, Friseur“ (der größte Teil dieser Kerls gehört aber bei A. Smith ebensowenig zu den ouvriers productifs105 wie der domestique106), „die unmittelbare Dienste leisten; endlich wie der Maurer, der Dachdecker, der Tischler, der Glaser, der Ofensetzer usw. und jene Menge Bauarbeiter, die man ruft, damit sie Ausbesserungen und Reparaturen vornehmen, und deren jährliches Einkommen ebensosehr von einfachen Reparatur- und Erhaltungsarbeiten stammt wie von Neubauten.“ [l.c. p. 171, 172.]
(A. Smith sagt nirgendwo, daß der travail qui se fixe dans un objet plus ou moins permanent107, nicht ebensogut Reparatur als Neukreatur sein kann.)
„Diese Art Arbeit besteht weniger im Produzieren als im Erhalten; sie hat weniger den Zweck, den Dingen, an denen sie sich betätigt, Wert zuzusetzen, als ihrem Verfall vorzubeugen. Alle diese Arbeiter, den Diener einbegriffen, ersparen demjenigen, der sie bezahlt, die Arbeit, seine eigenen Sachen instand zu halten.“ [l.c. p. 172.]
(Können also als Maschine zur Erhaltung des Werts betrachtet werden, oder vielmehr der Gebrauchswerte. Dieser Standpunkt des „épargner“ von travail108 weiter geltend gemacht von Destutt de Tracy. Sieh das später. Die unproduktive Arbeit des einen wird dadurch nicht produktiv, daß sie dem andren unproduktive Arbeit erspart. Einer von beiden verrichtet sie. Ein Teil des A. Smithschen travail improductif109, aber auch nur der Teil derselben, der absolut notwendig ist, um Dinge zu konsumieren, sozusagen zu den Konsumtionskosten gehört – und dann auch nur, wenn er einem produktiven Arbeiter diese Zeit spart – notwendig durch die Teilung der Arbeit. Indes leugnet A. Smith diese „Teilung der Arbeit“ nicht. Wenn jeder nach ihm gezwungen wäre, produktive und unproduktive Arbeit zu verrichten, und durch die Teilung dieser Arbeitsarten zwischen 2 beides besser geschähe, änderte dies nichts an dem Umstand, daß die eine dieser Arbeiten produktiv und die andre unproduktiv ist.)
„In den weitaus meisten Fällen arbeiten sie deswegen und nur deswegen“ (damit einer die Arbeit spart, sich selbst zu bedienen, müssen 10 ihn bedienen – eine sonderbare Art, Arbeit zu „ sparen“; außerdem die „unproduktive Arbeit“ dieser Art am meisten von denen angewandt, die nichts tun); „also sind sie entweder alle produktiv, oder keiner von ihnen ist produktiv“ (l.c. p. 172).
||348| Zweitens. Bei einem Franzosen dürfen die ponts et chaussées110 nicht fehlen. Warum, sagt er, produktiv nennen
„die Arbeit eines Inspektors oder Direktors eines privaten Unternehmens im Handel oder der Industrie und unproduktiv die eines Verwaltungsbeamten, der die Erhaltung der öffentlichen Straßen und schiffbaren Kanäle, der Häfen, des Geldwesens und anderer großer Einrichtungen überwacht, die die Tätigkeit des Handels beleben, der über die Sicherheit des Transports und der Verkehrswege und über die Einhaltung der Verträge wacht usw., und der mit Recht als ein Inspektor der großen sozialen Manufaktur angesehen werden kann? Das ist eine Arbeit ganz gleicher Art, nur auf viel größerer Stufenleiter.“ (p. 172, 173.)
Soweit solcher Bursche in der Produktion (resp. Konservation und Reproduktion) materieller Dinge konkurriert, die verkauft werden könnten, befänden sie sich nicht in den Händen des Staats, würde Smith sie „produktiv“ nennen können. „Inspecteurs de la grande manufacture sociale“111 sind französische Geschöpfe.
Drittens. Hier fällt Garnier ins „Moralische“. Warum soll der „parfumeur, der mon odorat“112 schmeichelt, produktiv sein und der musicien113 nicht, der „charme mon oreille“114? (p. 173.) Weil der eine ein materielles Produkt liefert, würde Smith antworten, der andre nicht. Die Moral und das „Verdienst“ der beiden Burschen hat nichts mit der Unterscheidung zu tun.
Viertens. Ist es nicht Widerspruch, daß der „luthier, le facteur d'orgues, le marchand de musique, le machiniste115 etc.“ produktiv und die professions116, wofür diese Arbeiten nur „préparatoires“117, unproduktiv?
„Die einen wie die anderen haben als letzten Zweck ihrer Arbeit einen Konsum derselben Art. Wenn der Zweck, den sich die einen setzen, nicht verdient, zur Zahl der Produkte der Arbeit der Gesellschaft gerechnet zu werden, warum soll man dasjenige günstiger behandeln, was nur ein Mittel ist, diesen Zweck zu erreichen?“ (l.c. p. 173.)
Nach diesem Raisonnement118 ist einer, der Getreide ißt, gradeso produktiv wie der, der es produziert. Denn zu welchem Zweck wird Getreide produziert? Um es zu essen. Wenn also die Arbeit des Essens nicht produktiv ist, warum die des Getreidebaues, qui n'est qu'un moyen pour arriver àcette fin119? Außerdem produziert der, der ißt, Hirn, Muskel etc., und sind das nicht ebenso edle Produkte als Gerste oder Weizen? – könnte ein entrüsteter Menschenfreund den A. Smith fragen.
Erstens leugnet A. Smith nicht, daß der unproduktive Arbeiter ein produit quelconque120 produziert. Sonst wäre er überhaupt kein Arbeiter. Zweitens mag es sonderbar scheinen, daß der Arzt, der die Pillen verschreibt, kein produktiver Arbeiter ist, wohl aber der Apotheker, der sie dreht. Ebenso der Instrumentenmacher, der die Fiddle macht, nicht aber der Musikant, der sie spielt. Das würde nur beweisen, daß „produktive Arbeiter“ Produkte liefern, die keinen Zweck haben, außer als Produktionsmittel für unproduktive Arbeiter zu dienen. Was aber nicht auffallender, als daß alle produktiven Arbeiter schließlich erstens die Mittel liefern, um unproduktive zu zahlen, 2. Produkte liefern, die ohne alle Arbeit konsumiert werden.
Nach allen diesen Bemerkungen (wovon Nr. II Franzuski, der seine ponts et chaussées nicht vergessen kann; Nr. III auf Moral hinausläuft; Nr. IV entweder den Blödsinn enthält, daß der Konsum ebenso produktiv wie die Produktion – was falsch in der bürgerlichen Gesellschaft, wo der eine produziert und der andre konsumiert – oder daß ein Teil der produktiven Arbeit bloß das Material für unproduktive Arbeiten liefert, was A. Smith nirgend leugnet, und wovon nur I das Richtige enthält, daß A. Smith mit seiner 2ten Defnition dieselben Arbeiten ||349| produktiv und unproduktiv nennt – oder vielmehr einen verhältnismäßig geringen Teil seiner „unproduktiven“ Arbeit seiner eignen Definition nach produktiv nennen müßte, was also nicht gegen die Distinktion, sondern die Subsumtion unter die Distinktion oder die Anwendung derselben spricht – ) kömmt studiosus Garnier endlich zur Sache.
„Der einzige allgemeine Unterschied, den man offenbar zwischen beiden von Smith ausgedachten Klassen finden könnte, besteht darin, daß bei jener Klaase, die er produktiv nennt, es immer einen Vermittler zwischen dem Verfertiger des Gegenstandes und demjenigen, der ihn konsumiert, gibt oder geben kann; während bei jener, die er unproduktiv nennt, es keinen Vermittler geben kann und das Verhältnis zwischen dem Arbeiter und dem Konsumenten notwendigerweise direkt und unmittelbar ist. Es ist klar, daß derjenige, der die Erfahrung des Arztes, die Geschicklichkeit des Chirurgen, das Wissen des Advokaten, das Talent des Musikers oder Schauspielers oder endlich die Dienste des Dieners in Anspruch nimmt, notwendigerweise in einem direkten und unmittelbaren Verhältnis zu jedem dieser verschiedenen Arbeiter im Zeitpunkt ihrer Arbeit steht; während bei den Berufen der anderen Klasse das zu konsumierende Objekt aus einem materiellen und greifbaren Ding besteht, das verschiedene Tauschhandlungen durchlaufen kann, bevor es von seinem Verfertiger zu seinem Konsumenten gelangt.“ (p. 174.)
In diesen letzten Worten zeigt Garnier malgré lui121, welche geheime Ideenverbindung mit der ersten Smithschen Distinktion (Arbeit, die sich gegen Kapital austauscht, und solche, die sich gegen Revenue austauscht) und der letztren ist (Arbeit, die sich in einem materiellen, vendible commodity122) fixiert, und [solche], die sich nicht darin fixiert). Die letztren können ihrer Natur nach der kapitalistischen Produktionsweise meist nicht unterworfen werden; die andren können. Abgesehn davon, daß auf Basis der kapitalistischen Produktion, wo der größte Teil der materiellen Waren – choses matérielles et palpables123 – unter Herrschaft des Kapitals von Lohnarbeitern produziert werden, die [unproduktiven] Arbeiten (oder Dienste, sei es der Hure, sei es des Papstes) nur bezahlt werden können either out of the salairs of the productive labourers, either out of the profts of their employers (and the partners in those profts), quite apart from the circumstance that those productive labourers produce the material basis of the subsistence, and, consequently, the existence of the improduktive labourers124. Es ist aber charakteristisch für den flachen französischen Hund, daß er, der Nationalökonom sein will, also Explorator der kapitalistischen Produktion, das, was diese Produktion zur kapitalistischen macht, den Austausch von Kapital gegen Lohnarbeit statt